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Agenda 2010
Die Agenda 2010 ist doch ein Offenbarungseid der Regierung. Durch erhöhten Druck auf Arbeitslose, Änderung des Kündigungsschutzes und Kürzung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe werden doch keine Arbeitsplätze geschaffen. Wie sollen 4,5 Mio. Arbeitslose in 400.000 offenen Stellen gebracht werden? Umgekehrt würde ein Schuh daraus. Kann man keine Arbeitsplätze schaffen, dann bereinigt man halt die Arbeitslosenzahlen durch Faulenzer und Drückeberger.
Kürzung der Bezugszeit von Arbeitlosengeld? Ich habe 30 jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Auch hier müssen die Fremdleistungen heraus. Wehe dem, der Arbeitslos wird in diesem Lande. Nach drei Monaten droht Zeitarbeit. Hungerlohn und frei verfügbar auf dem Sklavenmarkt. Die wenigsten werden doch von den Firmen übernommen. Neueinstellungen, und diese senken die Arbeitslosenzahlen real, die werden damit gebremst. Über die 300 oder 400-Euro-Jobs kann man nur den Kopf schütteln. Wie soll da einer von Leben? Wo kommt später die Rente her? Drei Billiglohnkräfte gegen eine festen, und vor allem beitragspflichtigen Arbeitsplatz, siehe Einzelhandel! Durch die Lockerung des Kündigungsschutzes wird auch nicht ein neuer Arbeitsplatz geschaffen. Im Gegenteil, der Stellenabbau geht erst richtig los. Dann haben wir die Zweiklassengesellschaft. Hier ein VW-Arbeiter, 28 Stunden die Woche, sehr gute Bezahlung. Dort ein Handwerker in einem kleinen Betrieb mit 5 Beschäftigten, 40 Stunden die Woche -oder ein paar mehr- 20% weniger Lohn wie bei VW. Bei Kündigung bekommt der einer eine saftige Abfindung und der andere eine Tritt in den Hintern! Das ist soziale Gerechtigkeit, Herr Schröder (Herr Kohl). Es geht doch kein Betrieb wegen des Kündigungsschutzes in Insolvenz sondern weil er keine Aufträge hat. Warum hat er keine Aufträge? Richtig! Weil die Kaufkraft infolge Euroeinführung, Abgaben- und Steuererhöhung und nicht zuletzt durch Arbeitslosigkeit immer mehr schwindet. Herrn Schröder habe ich gewählt, um Herrn Stoiber zu verhindern. Aber den Gang zur Wahlurne hätte ich mir sparen können. Unser Herr Kanzler samt Wirtschaftsminister sind wohl in der CDU besser aufgehoben. Man kann nur hoffen, dass die linken in der SPD sowie die Gewerkschaften Standhaft bleiben. Herr Schröder und Herr Clement sollten sich einmal erinnern, wer sie gewählt hat! Das war bestimmt nicht die "Wirtschaft", sondern Arbeiter und Angestellte. Aber vielleicht findet die SPD als 20%-Partei dann zu ihren Wurzeln zurück. |